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Absinth – der grünen Fee unter den Rock geschaut

Enjoy the last Sunbeams
Geschrieben von Jürgen

Absinth oder auch die grüne Fee genannt, ist das Szene Getränk der Gothic Szene. Wilde Geschichten und Mythen ranken sich darum. Ganz besondere Rauschzustände werden der grünen Fee zugesprochen, Dichter, Philosophen und Maler ließen sich von ihr inspirieren.

Was ist Absinth

Absinth ist eine sehr hochprozentige Spirituose – also genau genommen ein Schnaps. Der Alkoholgehalt liegt üblicherweise im Bereich zwischen 45 und 89 Vol.-%, ist also sehr hoch.

Hergestellt wird das Getränk aus Wermut, Anis und Fenchel. Daneben verleihen ihm noch ein paar andere Kräuter seinen Geschmack.

Im Wermut enthalten ist Thujon. Das ist die Substanz, der speziell die besondere Wirkung des Absinth zugeschrieben wird. Tatsächlich ist Thujon ein Nervengift.

Absinth damals…

Der Ursprung des Absinths liegt in der Schweiz.

Berühmt wurde das Getränk schlussendlich in Frankreich als Getränk der Denker und Künstler. So soll Vincent van Gogh sich im Absinthrausch ein Ohr abgeschnitten haben.

Vielfach wird behauptet, der Thujon Gehalt sei früher wesentlich höher gewesen. Historische Rezepte belegen aber, dass die Konzentration kaum höher war als heute.

… und heute

Der maximale Thujon Gehalt ist heute gesetzlich geregelt.

In den späten 90er Jahren wurde die Gesetzgebung in Sachen Absinth von der EU gelockert und Absinth war wieder erlaubt.

In den Medien wurde der alte Mythos um das Getränk wieder aufgenommen und natürlich ist die Industrie auf den Zug aufgesprungen und hat das Getränk gepusht.

Die Wirkung des Absinth

Man geht davon aus, dass die extreme Wirkung bei den Absinthen früher eher von verunreinigtem Alkohol kam. Außerdem war bis zum Beginn der Herstellung der grünen Fee scharfer Alkohol in der französischen Gesellschaft kaum verbreitet.

Man verabreiche ein paar tausend Menschen die noch nie Schnaps konsumiert haben ein paar Gläser… die Mythenbildung um den Absinth dürfte nun verständlich sein :-)

Wie Absinth getrunken wird

Absinthflasche mit Glas und LöffelAm besten mit Vorsicht :-)

Dass Absinth gerne als Szenegetränk genommen wird, hat viel mit dem Trinkritual zu tun.

Vielfach verbreitet ist es, auf das Absinthglas einen speziellen Löffel zu geben. Darauf liegt ein Zuckerwürfel, der vorher kurz in das Getränk getaucht wurde. Anschließend wird der Zuckerwürfel angezündet, bis der Zucker karamellisiert. Der brennende Würfel sollte nicht unbedingt in den Absinth fallen. Ist er ausgelöscht, kommt er in das Glas und wird verrührt.

Dieses weit verbreitete Ritual wird von Kennern auch als die tschechische Trinkweise bezeichnet. Von dort stammt nämlich der Absinthhersteller, der Mitte der 90er dieses Ritual aus Marketinggründen entwickelt hat.

Historisch korrekt hingegen ist die französchische Trinkweise, in der die Zuckerwürfel auf dem Löffel langsam mit kaltem Wasser übergossen werden.

Fazit

Absinth ist Schnaps und das Feuerritual ist Marketing ;-) Die Geschichten und die Mythen um dieses Getränk sind faszinierend.

Bei all den schönen Ritualen und dem ganzen Umfeld einfach nicht vergessen, dass es sich schlicht um harten Alkohol handelt und dementsprechend damit umgehen.

 

Bildnachweis

Artikelbild: © Atelier Sommerland – Fotolia.com

Bild im Text: © style-revolution.net

Über den Autor

Jürgen

Mein Name ist Jürgen und ich schreibe hier auf style-revolution.net vor allem über die Themen Tattoo, Gothic und Rock. Musik hat eine sehr grosse Bedeutung für mich. Du findest mich auch auf Google+

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